Mittwoch, 4. August 2010

In der Erde

A u f der Erde leben, ist gängiger Sprachgebrauch. In der Erde leben nur Maulwürfe und Würmer und Engerlinge. Spreche ich aber von der Erde als Planet, so ist es möglich, auch diejenigen als innendrinnen zu begreifen, die auf den Kontinentalplatten und den Meeren leben. Am Grunde der Atmosphäre.
"Wir sind Menschen in einem Planeten.", sagt Johannes Heimrath (Herausgeber, Art Director der Zeitschrift Oya) zu Beginn eines
Gespräches über Gemeingüter. (Lasst uns die Spielregeln ändern) Nebenbei: Das ganze Gespräch ist interessant. Speziell auf die Sichtweise, ob Menschen auf oder in ihrem Planeten leben, geht Johannes Heimrath in der Minute 12:20 des Videomitschnitts ein.
Er beschreibt es als Schlüsselerlebnis, einmal bei David Abram (Von Gaia umfangen) gelesen zu haben, wir würden in der Erde leben, unter der ganzen vielen Luft, deren Druck wir nur nicht merken, weil wir "dafür gebaut" sind, etwa 100km tief in der Atmosphäre (gerechnet von der Kármán-Linie) zu leben. Es ist für mich ein fühlbarer Unterschied, ob ich mich an der Oberfläche von der Welt begreife, die mich nährt und schützt, oder in ihr drinnen.

Mit dem Gedanken, im Innern zu sein und auf dem Grund des Luftozeans (Johannes Heimrath), habe ich neulich mal wieder zur Oberfläche aufgesehen. Natürlich sah ich nur eine bewegte Atmosphäre. Die Kármán-Linie konnte ich nicht ausmachen und mal eben aus meinem Element springen wie ein Fisch aus dem Wasser wollte ich nicht.

link zu David Abrams Aufsatz Von Gaia umfangen. Wie die Gaia-Hypothese unsere Wahrnehmung verändert.
Eine Nachfrage an die Macher von Oya zu David Abram hat mich zu dem Aufsatz und der Gaia-Hypothese geführt. Die Hypothese ist nicht Grundlage meines Blogeintrags. Indem ich den Link setze, stimme ich der Hypothese nicht automatisch zu. Sie ist für mich ganz neu und etwas, was mich interessiert. Meinungen zu der Hypothese lese ich gerne in den Kommentaren.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

schön
erhellend
schön erhellend

frieder

sumpffuss hat gesagt…

Lieber frieder,
Warum erzählst du mir immer von dem besonderen Himmel, dort wo du jetzt bist? Wieso sieht er bei dir anders aus als bei mir? Du guckst doch auch nur von unten nach oben. ???

mkh hat gesagt…

Auch das - sehr schön geschrieben! James Lovelocks "Gaia. Die Erde ist ein Lebewesen." fällt mir dazu ein. Verstaubt seit zwei Jahrzehten im Bücherregal und bereichert die schillernden Facetten meines gefühltes Weltbildes...

sumpffuss hat gesagt…

ist ja interessant, dass sich mit dir jemand meldet, der davon ein Buch im Regal hat - für mich war das noch ganz neu und ich bin noch nicht mal dazu gekommen, den verlinkten Artikel vollständig zu lesen, kenne bis jetzt nur eine Seite und eine halbe