Dienstag, 23. November 2010

Läuseleuseleuse

Ehe es woanders keine mehr gibt, noch dieser eine Blogeintrag zu den Läusen. Wo es doch noch so viele von ihnen gibt! Haare! Tagelang nicht gekämmt! Allenfalls beim Baden in Wasser getunkt. In diesem Gewirr nach Läusen zu suchen, quält die Augen. Kribbelige Finger entzausen und teilen die Strähnen. Mal wandern sie zum eigenen Kopf, um ihn zu kratzen, dann setzen sie ihre Arbeit fort.
Es ziept!
Ich gemahne meinen Fingern Vorsicht und den Augen, dass sie auch die Nissen suchen. Alles mögliche schwirrt in diesen Haaren. Ein Lutscher von Vorgestern und ein Kaugummi, auf dem der Kopf mal geschlafen hat. Flüchtige Gedanken wie Schmetterlinge im Sommerflieder und noch so viel, was ich dir erzählen wollte. Schuppen wie von einem krumpeligen, goldenen Fisch fallen vom Kopf. Der Milchschorf aus einer anderen Zeit. Das Haar riecht.
Ich kenne deinen Geruch aus der anderen Zeit; ich stecke meine Nase nicht mehr so oft in dein Haar wie früher. Doch ich puste. Ein heftiger Wind fährt den Läusen ins Gesicht. Sie halten sich schützend ein Paar Gliedmaßen vors Gesicht, solange der Wind  anhält. Dann sehen sie ihrer Entdeckung entgegen.
Nein, keine Läuse. Ja, schon umgezogen. Nissen haben sie auch keine dagelassen.
Ich kratze mich wieder am Kopf, nachdenklich.

Kommentare:

ich, mkh hat gesagt…

Kein bemerkenswerter Kommentar!
Aber ein sehr schöner Text.

(Und warum nur muss ich mich jetzt in den Haaren kratzen?)

sumpffuss hat gesagt…

Dringend gebraucht und dankbar aufgenommen.

stinecv hat gesagt…

Pediculus humanus capitis - ein schönes Wort finde ich....unsere sind wieder ausgezogen, was aber auch ein klitzekleines bisschen schade ist. Wir hätten wohl kaum das Mikroskop herausgeholt, Namen vergeben, uns Geschichtchen ausgedacht und eine neue schöne Seite im Familienzusammenleben kennengelernt, ohne diese Haarpflege- und Kämmzeiten.

sumpffuss hat gesagt…

Ja, genau, "Haarpflege- und Kämmzeiten", mindestens so schön wie Pediculus humanus capitis. In der Schule der Kinder kommen die Tiere auch unters Mikroskop.