Seit Monaten hast du mir kein freundliches Zeichen mehr gegeben. Gestern am Abend erreichen mich deine Grüße. Die Überbringerin hat ein warmes Herz. Drum sind auch die Grüße ganz warm. Das Wasser für den Grünen Tee lasse ich kochen und zwei Minuten abkühlen. Beim Aufgießen ist es noch immer sehr heiß.
Im November habe ich daran nicht mehr geglaubt. Unwahrscheinlich wie das Laub, das in den Bäumen glüht. Frag ich mich, warum tust du das? Warum sendest du Grüße aus?
Die Sonne bildet sich ohne Absicht auf der Erde ab. Im Sommer, denn da haben die Bäume noch dichtes Haar. Ich wünsche mir nur einen einzigen Sommertag. Morgen, wenn ich die Augen öffne. Sonnentaler zu finden unter den Baumkronen.
Was hast du dir beim Grüßen gedacht? Hast du dir vorgestellt, mit mir das Licht einzufangen, das die Herbstsonne durch die Blätter schickt?
Komm Wind! Wir wollen einen Tag lang richtig gute Musik machen.
Ich wünsche mir einen Tag, an dem ich wieder singen kann. Wenn nicht mit dir, dann mit dem Wind.
Ich habe Steine auf mein Herz gelegt. Ein Stein liegt dort für dich. Er drückt mich, anstatt du das tust. Er füllt aus, wo vorher keine Lücke war. Und er hält mein Herz verschlossen. Kein Gruß von dir hält Einzug. Er könnte gedankenlos von dir dahingesprochen sein.
Freitag, 7. Dezember 2012
Freitag, 30. November 2012
Aufbewahrung
Die Ameisen sind nicht mehr da. Die Wespen fehlen.
Das Laub liegt unter den Bäumen.
Der See trägt Eis.
Auch wenn die Lärchen ihre Nadeln verstreuen, unterbricht sich das Leben nicht.
Ich stelle mir vor, wie die Kröten sich bis zum ersten warmen Tag im April in der Erde aufbewahren.
Die Mondsichelschlange wartet in einem geschützten Spalt auf das Ende des Winters.
Das Laub liegt unter den Bäumen.
Der See trägt Eis.
Auch wenn die Lärchen ihre Nadeln verstreuen, unterbricht sich das Leben nicht.
Ich stelle mir vor, wie die Kröten sich bis zum ersten warmen Tag im April in der Erde aufbewahren.
Die Mondsichelschlange wartet in einem geschützten Spalt auf das Ende des Winters.
Montag, 8. August 2011
Montag, 6. Juni 2011
Die Legende vom Schatz im Teufelssee
Wenn Ihr auf Reisen seid, dann nutze ich die Zeit, um aufzuräumen. Im Teufelssee lasse ich schon mal das Wasser raus. Das dauert einen Tag, bis alles abgeflossen ist. Es gluckert und dann macht es pfrssszzzzr, weil etwas in den Abfluss geraten ist. Ich ziehe einen Karpfen heraus; um den Angler kümmre ich mich später.
Den Kranichen habe ich versprochen, bei ihnen auf den Fluren nicht Staubzusaugen. Sie bleiben lieber scheu und wollen die Geräusche vom Staubsauger nicht mögen. Die wilden Tiere, solche auf vier Beinen und mit Zähnen im Maul, beobachten mich vom Waldrand aus. Sie lauern hinter den Bäumen. Möglicherweise geraten kleinere Dinge in den Sog des Staubsaugers und dann müssen sie mich beißen, damit ich den Staubsauger ausschalte, den Behälter öffne und die kleinen Dinge heraussuche. Spinnen helfen mir. Ich lasse sie an ihren eigenen Fäden in den Behälter hinab und sie packen die kleinen Dinge mit ihren acht Beinen. Acht Dinge zur gleichen Zeit. Sechzehn. Zweiunddreißig.
Der Teufelssee ruft.
Warum ruft er so, frage ich mich. Wie kann er rufen?
Das Rufen klingt tief und hohl. Ich möchte mich nicht in die Nähe dieses Rufens begeben. Da gruseln sich selbst die blauschwarzen Käfer im Mist.
Das ist auch noch eine Aufgabe! Aber Ihr seid ja nicht da, um sie für mich zu übernehmen! Ich hole die Käfer von den Pferdeäpfeln herunter, manche muss ich rauspulen, sie haben sich schon vergraben. Wenn das Rufen inzwischen nachlässt, kann ich am Nachmittag noch die Fische sortieren. Ich weiß schon, wie ich dann die Schildkröte platziere und wohin auf die Wasserfläche ich die Enten setze. Aber das kommt alles zum Schluss. Vorher muss ich mich noch gruseln, denn das Rufen gibt nicht Ruh. Der See gibt nicht Ruh! Ich denke an den Krater, wie ein Eiszapfen ihn schlagen kann. Ein riesiges Stück Eis – das hat den Krater geformt, damit der See entstehen konnte. Das war in der Eiszeit.
Also hatte es doch einen Eisladen in unserer Gegend gegeben. Ich suche und es kostet wirklich Mühe, bis ich die Teile finde, die irgendwer auseinandergenommen und nicht wieder zusammengesetzt hat. Am Ende ist euch selbst das eine oder andere Teil begegnet, immer wenn Ihr euch gewünscht habt, es müsste doch auf dem Weg zum See, wo eine wiederwärtige, unsichtbare Macht euch zwingt, die Fahrräder durch den Sand zu schieben, einen Eisladen geben, und ihr habt nicht erkannt, dass es zu einem Eiswagen passt; die Dosen, das Papier, Stoffreste vom Sonnenschirm, Aufkleber ... – habt Ihr euch nie gefragt, wozu das gehört? Ich finde wirklich viele Kleinteile wieder, auch den Eismann, den ziehe ich unter einem eingefallenen Hüttendach hervor, er zappelt noch. Und setze alles unter der heißen Sonne zusammen. Niemand kann mir helfen, auch ein Hund nicht, der schon Eis schlecken will.
Auf seinem Rückweg trägt er was im Maul. Das hat hinten eine Flosse und zappelt schon nicht mehr. Ich erinnere mich wieder! Ich muss doch noch aufräumen! Die Fische zählen und nach Sorten auslegen, Schwärme bilden und den Hecht einzeln setzen, Angelhaken entfernen, Algen glattstreichen, auch Teile des Eiswagens auf die Seite legen. Vielleicht sind noch alle da und der Eisladen verkauft am Ende wieder richtiges Eis. Natürlich für Spielgeld. Das muss ich dann aber auch noch finden!
Der ewige Ruf des Sees beklemmt mich. Es scheint der Abfluss zu sein, aus dem es so tönt. Der Stöpsel liegt noch oben am Rand. Bevor ich ihn wieder reinstecke, wollte ich doch eigentlich noch im Abfluss nach dem Spielgeld suchen und auch den Taucher – äh, Angler – herausziehen.
Da ruft es wieder wie ein Echo in einer höheren Tonlage. Der Eismann steht quengelnd am Rand. Er will baden!
Das Wasser. Ich muss aber erst die Frösche ordentlich hinsetzen, das geht nur, wenn ich mich von der Schlange um mein Handgelenk befreit habe, und ich muss noch ... so vieles! Was soll ich machen? Der Angeltaucher schließt den Ausfluss dicht und das Wasser könnte so halten, das Spielgeld liegt dann erstmal da unten und den Stöpsel könnte ich für meine eigene Badewanne gut gebrauchen. Die Seerosenblätter sind eigentlich sauber genug und Ihr seid eh nicht da zum Eisessen. Dann räume ich vielleicht das nächste Mal gründlicher auf, aber für Diesmal lasse ich das Wasser wieder ein. Dann wird auch das Rufen leiser, bis ich nur noch den Eismann höre. Schwimmzug um Schwimmzug entfernt er sich vom Ufer. Hoffentlich geht er nicht in der Mitte des Sees verloren!
So geht das mit den Sandburgen ...
Sonntag, 22. Mai 2011
Katzenlied
Das linke Bein von hinten kerzengerade vorgestreckt, himmelwärts am Kopf vorbei; die Zunge leckt von unten nach oben, doch mitten im Zug wechselt die Aufmerksamkeit. Immer und überall im ganzen Garten - was sieht die Katze nur! Springt drei Sätze, als wäre da eine Maus. Dann ist es die Fliege, deretwegen sich das Tier mit Brust und Bauch und hocherhobenen Tatzen gegen einen Strauch wirft. Wetten, dass die Fliege gerade vor ihrem geistigen Auge verglimmt und die Katze den Moment auskostet, da ihr der Strauch den Bauch bürstet.
Legt sich mir vor die Füße, will wohl gestreichelt werden, hat dabei ihre Vorlieben, die sie mir auch zeigen mag. Dreht sie wohlig den Bauch nach oben, die Lider geschlossen. Doch sobald ich kraulen will, blitzt das Katzenauge, haschen ihre Tatzen, reckt sie darin jedes Glied, dass die Krallen ..., oh, wie gut es ihr ginge, wenn ich mitspielen könnte.
Geht sie davon. Entdecke ich sie wieder, als sie auf einem Brett balanciert. Von dort steigt sie herab und steigt wieder hinauf, setzt sich und beginnt mit dem Putzen. Das linke Bein von hinten streckt sie kerzengerade vor, am Ohr vorbei himmelwärts.
Donnerstag, 12. Mai 2011
Naturtagebuch Hinweis
Mangels Ausdrucksvermögen wieder mal nur ein Hinweis. Und zwar auf einen Referenzblog. Ein Fotoblog zum Naturtagebuch, damit hier die Einträge zu Sumpf und Moor nicht Überhand nehmen. Denn. Neulich und erst gestern wieder beobachtete ich doch eine Amsel bei der Punktlandung auf dem Boden. Sie erinnert an ein zerknülltes Taschentuch aus Zellstoff, weggeworfen, wie es sich von selbst wieder ordentlich faltet.
sumpffuss.wordpress.com
Das Liebste ist mir der Kleine Feuerfalter. Ihr werdet schon sehen.
sumpffuss.wordpress.com
Das Liebste ist mir der Kleine Feuerfalter. Ihr werdet schon sehen.
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